Alpencross Teil 2 - von Kufstein nach Ellmau

Durchquerung des Kaisergebirges

Tour:
Alpenüberquerung, 2. Teil (Kufstein (A) - Ellmau (A))
Region / Gebiet:
Zahmer Kaiser & Wilder Kaiser (Tirol / Österreich)
Termin:
11.11. - 12.11.2018
Höhenmeter:
ca. 2200 HM↑↓
Ereichte Höhe:
1998 m (5623 ft), Ellmauer Tor
Breite: 47.565938° N
Länge: 12.320652° O
GPS-Koordinaten:
Ausgangspunkt Hauptbahnhof in Kufstein (A)
Breite: 47.583049° N
Länge: 12.166346° O

Endpunkt Bushaltestelle Ellmau - Bauhof (A)
Breite: 47.515693° N
Länge: 12.303045° O
Länge:
37,5 Km
Anstrengung:
lange Wanderung mit mittlerem technischen (Klettersteig-)Anspruch auf dem Eggersteig von Norden in das Ellmauer Tor
Ausrüstung:
Wander- oder Trekkingschuhe, Wetterschutz, je nach Erfahrung Klettersteigausrüstung im Eggersteig
Gefahren:
Allgemeine Gefahren bei Bergtouren

Der zweite Abschnitt der Alpenüberquerung: Von Kufstein durch das Kaisergebirge nach Ellmau.

Nach oben 11.11.2018 Kufstein Bahnhof - Vorderkaiserfeldenhütte (1388 m)

Meridian Der Nahverkehrtriebwagen Meridian bringt Bergkameradin Monika und mich in etwa einer Stunde zum Bahnhof in Kufstein. Hier endete am 18.06.2018 der erste Teil des Projektes Alpencross, hier beginnt heute um 13:00 Uhr der zweite Teil.

Wilder KaiserMit einem ausgedruckten Stadtplan in der Hand gehen wir dann durch die am Sonntag Nachmittag ruhige Innenstadt nach Nordosten, wo wir nach etwa 25 Minuten den Wanderparkplatz in Kufstein - Sparchen für das Kaisertal erreichen. Hier beginnt auch der Aufstieg zur Vorderkaiserfeldenhütte (1388 m), wo wir die Nacht verbringen wollen. Der Aufstieg ins autofreie Kaisertal geht über die berühmten 280 Stufen auf breitem Wanderweg. An diesem Nachmittag kommen uns mehrheitlich Wanderer entgegen, welche einen Besuch bei den wenigen noch bewirtschafteten Gasthäusern und Almen hinter sich hatten. Nach einigen steileren Serpentinen ist der Eingang ins Kaisertal erreicht, welches sich mit perfektem Herbstwetter präsentiert.

Vorderkaiserfeldenhütte

Nach etwa 75 Minuten (ab Bahnhof Kufstein zweigt gut beschildert nach links der Aufstieg zur Vorderkaiserfeldenhütte ab. Steil geht es im Wald aufwärts. Erst im Bereich der schön Inntalgelegenen Ritzaualm (1161 m) wird das Gelände offener und ermöglicht einen schönen Blick in Richtung Wilder Kaiser. Nochmals geht es 200 Höhenmeter in leichten Serpentinen bergan, dann haben wir gegen 15:25 Uhr die Vorderkaiserfeldenhütte erreicht.

Noch sind die Bänke auf der Terrasse mit Wanderern gut besetzt, doch schon eine halbe Stunde später kehrt Ruhe ein: Die Tagesausflügler steigen ab und nur noch sieben Übernachtungsgäste kehren in den Gastraum ein, bei untergehender Sonne wird es Mitte November schnell kühler. Beim Abendessen haben wir einen schönen Blick auf die abendlichen Lichter der Städte und Ortschaften des Inntales und verdeutlicht diesen idealen Hüttenstandort. Hier ist auch ein idealer Ausgangspunkt für die doch recht lange Tagesetappe am morgigen Tag.

Nach oben 12.11.2018 Vorderkaiserfeldenhütte (1388 m) - Ellmau

HochalmEin langer Tag liegt vor uns. Deshalb verlasssen wir schon um 7 Uhr - vor der Frühstückszeit - die Vorderkaiserfeldenhütte. Die nächsten 2 Stunden wandern wir über den Höhenweg Nr. 811 entlang der Südflanken des Zahmen Kaisers nach Osten. Wir sind die Ersten am heutige Tag und überraschen einige Gämsen, die hastig über die Schuttreisen das Weite suchen. In der Morgensonne liegt das Kaisertal ruhig unter uns, nur manchmal dringt der Lärm einer Motorsäge oder das Rauschen des Strassenverkehrs im Inntal zu uns hinauf.

GämsenGegen 09:00 Uhr erreichen wir die bereits geschlossenen Hochalm, in deren Windschatten wir eine Frühstücksrast einlegen. Danach folgen wir weiter dem Höhenweg Nr. 811, dieser schwenkt nach Süden und führt entlang des Höhenzuges welcher den Zahmen Kaisers mit dem Wilden Kaisers verbindet zum berühmten Stripsenjochhaus 1577 m). Dieses erreichen wir nach einem kurzen Anstieg in der Nordwestflanke des Stripsenkopfes (1807 m) gegen 11:00 Uhr.

EggersteigSchattig und kalt liegt die geschlossene Hütte unter den Nordabstürzen des Wilden Kaisers, im kalten Wind vergeht die Lust zu einer längeren Pause. Leider ist auch hier - wie an den Almen zuvor keine Wasserquelle zu finden. Auch die Bachläufe während der Ellmauer TorWanderung am Zahmen Kaisers waren nach dem trockenen Sommer 2018 alle versiegt. Meine Getränkevorräte gehen merklich zu Neige.

Umgehend beginnen wir den kurzen Abstieg über einige Serpentinen nach Osten ins Kaiserbachtal bis wir nach wenigen Minuten den Abzweig zum Egger-Steig und dem Ellmauer Tor (1998 m) nehmen. In wenigen Minuten erreichen wir die Felswände des Totenkirchl (2190 m), hier geht der schmale Wanderweg in einen leichten Klettersteig (Kategorie: A) über. Wir haben ein Klettersteigset dabei, angesichts der guten Verhältnisse und ohne ersichtliche Gefahr durch Steinschlag aufgrund voraus steigender Berggeher Großglocknerverzichten wir auf ein Anlegen. Das Gelände gut ausnutzend führt der Egger Steig zumeist in Serpentinen nach Süden die Steinerne Rinne empor. Im letzten Drittel muß ich öfters rasten. Die zu geringe Flüssigkeitszufuhr fordert in Verbindung mit dem Schwitzen im Aufstieg ihren Tribut.

Ellmauer TorGegen 13:00 Uhr erreichen wir das in der Sonne liegende Ellmauer Tor (1988 m). Wir legen an eine längere Mittagsrast ein. Hier treffen wir auch erstmals auf einige andere Berggeher, welche den Anstieg auf der "Sonnenseite" des Kaisers von der Wochenbrunner Alm unternommen haben.

Die klare Herbstluft ermöglicht einen schönen Blick auf den Aipenhauptkamm mit dem dominierenden Großglockner (3798 m), wo schon der erste Neuschnee liegt.

Ellmau-BauhofÜber Weg Nr. 812 steigen wir etwa 20 Minuten später auf der Südseite des Ellmauer Tors ab. Den Abzweig zum Jubiläumssteig und Gruttenhütte lassen wir rechts liegen und erreichen zügig die ebnefalls geschlossene Gaudeamushütte (1267 m). Das Bedürfnis nach Flüssigkeitzufuhr ist mittlerweile so groß, das wir an der Wochenbrunner Alm nochmals eine Pause einlegen. Hier ist zumindest das Almladerl geöffnet, so dass der Durst in gefühlten 20 Minuten mit über 1,5 Litern Getränk 2mit Gecshmack" befriedigt wird.

Der Abstieg von der Wochenbrunner Alm führt uns entlang der asphaltierten Zufahrtstraße in etwa 45 Minuten ins Tal zum Ferienort Ellmau, wo gegen 16:30 Uhr an der Bushaltestelle Ellmau - Bauhof der Endpunkt des zweiten Teils des Projekts Alpenüberquerung erreicht wird.

Mit dem Linienbus geht es mit Umsteigen in Söll wieder zum Bahnhof Kufstein. Der Meridian bringt uns wieder zurück in die Heimat.

Gesamtüberblick über das Projekt Alpencross

Letzte Aktualisierung am 01.12.2018 15:52:13 Uhr