Alpencross Teil 4 - von Brixen im Thale nach Krimml im Pinzgau

Durchquerung der Kitzbühler Alpen mit Besteigung des Kröndlhorn (2444 m)

Tour:
Alpenüberquerung, 4. Teil (Brixen im Thale (A) - Krimml im Pinzgau (A))
Region / Gebiet:
Kitzbühler Alpen (Tirol & Salzburg / Österreich)
Termin:
25.08. - 27.08.2020
Höhenmeter:
1966 HM↑, 1896 HM↓
Erreichte Höhe:
2444 m (8018 ft), Kröndlhorn
Breite: 47.298750° N
Länge: 12.165013° O
GPS-Koordinaten:
Ausgangspunkt Bahnhof in Brixen im Thale (A)
Breite: 47.449835° N
Länge: 12.260324° O

Camp 1
Breite: 47.342799° N
Länge: 12.228610° O

Camp 2
Breite: 47.296141° N
Länge: 12.171602° O

Endpunkt Bahnhof Krimml im Pinzgau (A)
Breite: 47.234490° N
Länge: 12.196373° O
Länge:
50,8 Km
Anstrengung:
lange Wanderung mit mittlerer Anstrengung
Ausrüstung:
Wander- oder Trekkingschuhe, Wetterschutz
Gefahren:
Allgemeine Gefahren bei Bergtouren

Der vierte Abschnitt der Alpenüberquerung: Von Brixen im Thale durch die Kitzbühler Alpen nach Krimml im Pinzgau.

Nach oben 25.08.2020 Bahnhof Brixen im Thale - Camp 1 (1072 m)

Westendorf Nach Umsteigen in Rosenheim, Kufstein und Wörgl erreichen meine Tourenkameradin Monika und ich um 09:47 Uhr den Endpunkt von Teil 3 unseres Alpencross, den Bahnhof von Brixen im Thale. Wir beginnen den nächsten Teil mit einer Flachstrecke: Über einen geteerten Rad- und Wanderweg laufen wir nach Westen Richtung Westendorf. Bemerkenswert ist hier die Idyllemittlerweile große Zahl an e-Bikern, welche hier unterwegs ist. Nach etwas über einer Stunde ist der Fremdenverkehrsort durchquert und wir folgen der Beschilderung in das Windautal. In leichtem Anstieg windet sich die Straße an einem unvermittelt steilen Berghang entlang. In der Schlucht unter uns ist das Rauschen der Windauer Ache zu hören.

Unter den kühlenden Bäumen kommen wir zügig voran und legen erst nach 2 Stunden und etwa 12 Kilometern eine ausgiebige Brotzeitrast ein. Danach folgen wir weiter der taleinwärts führenden Straße. Windauer AcheEntlang der bewirtschafteten Wiesen einiger Almhöfe wird es in der Sonne mittlerweile deutlich wärmer. Im Bereich des kleinen Weilers Rettenbach hat die Windauer Ache die Schlucht verlassen und verläuft im Talgrund nur wenig unterhalb der Straße. Hier quert die Straße über eine Brücke den Bach, kurz Camp 1danach erreichen wir eine Mautstelle. Die Weiterfahrt in den Talgrund ist für Pkw nur gegen Mautzahlung gestattet.

Nahezu flach gehen wir jetzt über die Talstraße in das Tal hinein. Hinter dem Gasthaus Steinberg wird das Tal enger: Direkt neben dem Wildbach der Windauer Ache führt unser Weg weiter. Wir erreichen einen ausgewiesenen Grillplatz und nutzen die Tische und Bänke für eine ausgedehnte Nachmittagsrast. Da wir jetzt bereits 20 Kilometer zurückgelegt haben, beschließen wir für die Nacht hier zu bleiben. Auf dem Gaskocher bereiten wir ein Abendessen zu, bei Einbruch der Dunkelheit nutzen wir ein Stück Wiese für Isomatte und Schlafsack als Bivakplatz.

Da in der Nacht eine leichte Bewölkung aufkommt, kühlt es nicht zu stark ab, obwohl einige Regentropfen eine unfreiwillige Unterbrechung der Nachtruhe bedeuten.

Nach oben 26.08.2020 Camp 1 (1072 m) - Kröndlhorn (2444 m) - Camp 2 (2200 m)

OberkaralmKurz vor sieben Uhr sind wir nach einem Müslifrühstück am nächsten Morgen wieder auf den Beinen. Weiter gehen wir nach Süden, der Himmel verspricht bestes Bergwetter. Nach 20 Minuten kommen wir an der stiller Gamskogelhütte vorbei, erst in einigen Stunden werden hier die Ladestationen für die e-Biker genutzt werden, die aus dem Talgrund von Westendorf oder Brixen im Thale hier hinauf fahren.

EgerlackeDie jetzt zum Fahrweg reduzierte Talstraße wird jetzt wieder steiler. Die Markierung Richtung Reinkarsee und Kröndlhorn zweigt vom Fahrweg ab: Ein schmaler Pfad führt jetzt steil empor und schneidet die weiten Serpentinen der Straße ab. Zwischen letzten Bäumen, Farnen und Blaubeersträuchern steigt der Pfad an bis wir das Ende des Fahrwegs an der Oberkaralm erreichen.

ReinkarseeAb hier wendet sich der Pfad nach Südwesten. Wir lassen das Almgelände hinter uns und steigen für etwa 30 Minuten ein Trogtal empor. Auf schmalem Pfad wird ein Felsriegel überquert, dahinter wird es flacher. Im weiten Talgrund liegt das kleine Seeauge der Egertlacke inmitten eines Wollgrasfeldes.

Nochmals geht es etwa 60 Höhenmeter einen Felsriegel empor dann erreichen wir den schönen Reinkarsee (2194 m). Nach der Umrundung des Sees legen wir auf dessen Südseite eine ausgiebige RückblickMittagsrast ein, welche zur Stärkung mit heisser Gemüsebrühe vom Kocher gekrönt wird.

Nach knapp einer Stunde beginnen wir den finalen Anstieg auf das Kröndlhorn (2444 m): Der schmale Bergpfad windet sich immer gut markiert zwischen den Felsriegeln nach Süden empor. Der Gipfel Kröndlhorndes etwas niedrigeren Kröndlberges (2140 m) wird in seiner Ostflanke mittels ein paar Eisenklammern und gespanntem Stahlseil gequert. Vor uns liegt ein mit Gras bewachsener Sattel, dahinter kommt der felsige Gipfelaufbau des Kröndlhorns in Sicht. Der Sattel ist schnell überquert und nur wenige Minuten später ist der Gipfel des höchsten Berges der Kitzbühler Alpen mit seiner kleinen Gipfelkapelle gegen 12:30 Uhr erreicht.

Phänomenal ist die 360° - Rundumsicht auf diesem Gipfel: Während im Norden die Voralpen sowie der Wilde Kaiser und das Steinerne Meer zu sehen sind, dominiert im Süden der Alpenhauptkamm Gipfelblickmit seinen vergletscherten Gipfeln um Großglockner und Großvenediger (3657 m), auf dem ich vor 5 Wochen gewesen bin.

Während wir den ganzen Vormittag nur eine Person getroffen haben, waren in der letzten Stunde doch einige Wanderer zu sehen, die auf Wegen von drei Seiten auf diesen Gipfel steigen. Von Westen führt der Weg von der Neuen Bamberger Hütte (1756 m) hinauf, das Kröndlhorn gilt als deren Hausberg.

Camp 2Nach etwa 30 Minuten beginnen wir den Abstieg. Wir steigen nach Osten Richtung Trattenbachtal ab und wollen uns oberhalb der bewirtschafteten Almflächen einen Biwakplatz suchen. Knapp 20 Minuten später finden wir einen flachen Absatz in 2200 m Höhe. Von hier sind es nur wenige Meter bis zu einer Wasserquelle und der Platz bietet einen perfekten Blick nach Osten sowie zum Alpenhauptkamm.

Es folgt ein schöner Nachmittag auf unserem Logenplatz: Der leichte Wind kühlt im Sonnenlicht und die Aussicht auf die umliegende Bergwelt belohnt für die 1400 Höhenmeter Aufstieg am Vormittag. Als Unterlage legen wir nur das Groundsheet des zu Hause gebliebenen Zeltes auf den dichten Grasbewuchs, darauf kommen die Schlafsäcke. Mit dem Kocher bereiten wir ein Abendessen. Die immer tiefer stehende Sonne ruft immer neue Farben auf den umliegenden Bergen und den Eisflächen am Alpenhauptkamm hervor. In der dunklen und sternenklaren Nacht schimmert über uns das Band der Milchstraße.

Nach oben 27.08.2020 Camp 2 (2200 m) - Bahnhof Krimml im Pinzgau

TrattenbachtalBeim Aufwachen schauen wir genau in die über den östlichen Kitzbühler Alpen aufgehende Sonne. Wir schälen uns aus den mit Rauhreif überzogenen Schlafsäcken und bereiten das Frühstücksmüsli und einen Kaffee zu. Es verspricht wieder ein schöner Tag zu werden.

Bahnhof KrimmlKurz vor sieben beginnen wir den Abstieg in das Trattenbachtal. Etwa 20 Minuten folgen wir den schmalen Steig bis zur Trattenbach Hochalm. Ab hier geht es über den Fahrweg in gemächlichem Gefälle weiter und wir packen die Trekkingstöcke an den Rucksack. Als sich das Trattenbachtal nach Süden wendet, schneidet ein beschilderter Wanderpfad den Verlauf des Fahrwegs durch ein Waldstück ab, trifft aber nach etwa 15 Minuten wieder auf den Fahrweg. Ereignislos wandern wir zügig weiter nach Süden, eine Reihe kleiner Wasserkraftwerke nutzt hier entlang des Bachlaufs die Wasserkraft zur Stromerzeugung.

DampfzugNach etwa 2 Stunden mündet das Trattenbachtal auf das Haupttal des Pinzgaus, wobei jetzt noch ein größerer Höhenunterschied zu überwinden ist. In Serpentinen führt die mittlerweile geteerte Straße in Richtung Wald im Pinzgau hinab. Da wir weiter nach Westen wollen, biegen wir an einer Wegbeschilderung in Richtung Lahnsiedlung ab.

Pinzgauer LokalbahnBei mittlerweile deutlich angestiegenen Temperaturen folgen wir dem Wanderweg etwa 100 Höhenmeter oberhalb des Talbodens Richtung Westen. Der Weg führt zumeist im Schatten des bewaldeten Berghangs im laufenden Auf und Ab unserem Ziel entgegen. Der Bahnhof Krimml ist schon seit längerem am Talende zu sehen, kommt aber nur langsam näher.

Beim Erreichen der Lahnsiedlung folgen wir dem Wanderweg weiter bis Vorderkrimml um nicht entlang der Hauptstraße in der Sonne gehen zu müssen. Nochmals 30 Minuten, dann steigen wir in Vorderkrimml über eine Teerstraße auf den Talboden hinunter. Nach Durchquerung des kleinen Orts queren wir die Hauptstraße und nutzen den Weg entlang der Schmalspurbahn für die letzten 500 m zum Bahnhofsgebäude, der Endstation der Pinzgauer Schmalspurbahn. Gegen 11:45 Uhr haben wir den 4. Abschnitt der Alpendurchquerung beendet.

Mit Umsteigen in Zell am See, Wörgl, Kufstein und Rosenheim fahren wir mit dem Zug wieder nach Hause.

Gesamtüberblick über das Projekt Alpencross

Letzte Aktualisierung am 13.09.2020 23:19:59 Uhr