Kilauea (2405 m) - Lava Hike am Fuβ des Feuerberges

Länge: 155,29201° W
Vorab: Diese Tour sollte wegen ihrer subjektiven und objektiven Gefahren, sowie der sich schnell
ändernden örtlichen Gegebenheiten nur mit einem
lokalen Guide durchgeführt werden! Auch dann wird diese
Tour grundsätzlich auf eigenes Risiko
unternommen!
Heute Morgen um 7:00 Uhr war ein Erdbeben Stärke 6,6! Im 200 Kilometer entfernten Honolulu gab es einen großen Blackout, bei uns hat nur die Lodge gewackelt. Unser Guide hofft heute einen schönen Lava-Outbreak zu finden, wenn das Erdbeben einige der unterirdischen Lava-Tubes zerstört hat.
Mit einem Van fahren wir in den Vulcano National Park. Von der kleinen Rangerstation an der Küste sind in der ferne aufsteigende Dampfwolken zu sehen. Dort flieβt Lava aus einer unterirdischen Tube in den Ozean. Bis dahin sind es noch gut 3 Kilometer. Doch heute nicht! Nach dem Erdbeben hat die Nationalparkverwaltung sämtliche Aktivitäten in der Nähe der Lavaströme gestoppt, bis die Gegebenheiten überprüft werden können.
Unser Guide beschlieβt einen Platz auβerhalb des Nationalparks aufzusuchen. Nochmals etwa 40 Meilen Fahrt heraus aus dem Nationalpark zurück Richtung Hilo. Kurz vor dem Ort geht es dann über Highway 130 wieder zurück zur Küste und Richtung Süden zu den Lavafeldern welche die ehemalige Ortschaft Kalapana überdecken.
Schon mitten in den Lavafeldern endet die Straβe
endgültig, die vorher schon mehrfach als Fahrweg über
erkaltete Lavaflüsse führte. In der Ferne sind die
aufsteigenden Wolken eines in das Meer flieβenden
Lavaflusses zu sehen, unser erstes Ziel. In zügigem Tempo
folgen wir unserem Guide über unwegsames Gelände.
Konzentriertes Gehen! Die erkalteten Lavabrocken sind so
scharfkantig, das ein leichtes Streifen sofort eine
Schürfwunde hervorruft. Die Lava kann sehr unterschiedlich
aussehen, neben bröselig-rauhen Felsbrocken sind auch
schimmernd-glatte Platten zu sehen, die bei Regen sicher sehr
rutschig sind!
Nach etwa 60 Minuten nähern wir uns dem Lavaeintritt ins
Meer. Kurz davor stehen wir an einem sogenannten Skylight, hier
kann durch die eingebrochene Decke ein Blick in die Lavatube
geworfen werden. Ein gluckern und rauschen wie Wasser. Der
heiβe Hauch aus dem Skylight zwingt zu Abstand, doch die
grelle Glut der Lava läβt auch kaum Einzelheiten
erkennen. Scharfe Schwefeldämpfe zwingen zu flacher Atmung,
der leichte "Regen" hinterläβt Flecken auf den T-Shirts
und besteht wohl in wesentlichen Teilen auch aus
Schwefelsäure. Nochmals erklärt der Guide, das diese
letzten 100m auf eigenes Risiko sind, da diese Teile des
Lavakliffs viele Hohlräume besitzen und nur auf dem Ozean
aufliegen (2005 sind einige
Menschen beim
Abbruch und Versinken einer groβen Lavascholle ins Meer
gestorben). Dann stehen wir an der Küste. Bei Tageslicht
relativ unspektakulär steigt eine groβe Menge
Wasserdampf aus dem Meer auf. Nach kurzer Zeit sind jedoch
Einzelheiten erkennbar: Immer wieder fliegen hellrote Fetzen Lava
durch die Wolken und treiben in einem Blasenstrudel auf dem Meer
bevor sie versinken. Manchmal vibriert auch der Untergrund wie
nach leichten unterirdischen Explosionen.

Nach einigen Minuten führt uns unser Guide weg von den Schwefelwolken ins Landesinnere zu einem Outbreak. Es geht über nur 3 Monate alte Lava: An der Oberfläche schwarz und nur 40°C warm, zeigt sich in den Gesteinsrissen, das der Untergrund in nur 20 cm Tiefe rotglühend ist. Mit mulmigem Gefühl folgen wir unserem Guide, der zielstrebig einer Hitzaufwallung im Norden zustrebt. Kurz darauf sind wir direkt an einigen zähfliessenden Lavaströmen. Langsam und doch unaufhaltsam ergieβt sich die zäh flieβende, noch glühende Masse den Hang hinab. Manchmal an der Oberfläche erkaltend und zu schwarzen Stein erstarrend, reiβt diese Schicht mit lautem Knacken und Krachen immer wieder auf und ein neuer Strom glühender Lava ergieβt sich aus dem entstehenden Riβ. Je nach Windrichtung kann man sich bis auf 3 Meter der Lava nähern und die Bildung immer neuer glühender Formationen zusehen.
Video:
Nach etwa 45 Minuten beginnen wir den Rückweg. Der vom Kilauea herabkommende Lavastrom scheint wie von roten Lichtern gesprenkelt. In der beginnenden Dunkelheit leuchten jetzt alle Skylights auf.
Wir gehen schnell und erreichen mit dem wirklich letzten Tageslicht - für den Notfall hatten wir aber auch Stirnlampen dabei - nach etwa einer Stunde den geparkten Van. Eine nicht ungefährliche aber auch unvergessliche Wanderung ist zu Ende.
Diese Tour ist subjektiv
und objektiv gefährlich und sollte nur (!) mit
einem ortskundigen Guide durchgeführt werden!
Schwefelsäuredämpfe können Lunge und
Atemwege schädigen.
Verbrennungen an
heiβer Lava.
Einbrechen an dünnen
Lavakrusten.
Sturzverletzungen an
scharfkantigem Lavageröll
Letzte Aktualisierung am 11.01.2023 19:03:22 Uhr
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